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Auszuege aus meinem Lyrikband "Abendgedanken"

Die ersten Rosen

Hörst du nicht, die Wälder singen

im steig'nen Morgenlichte,

wo Vögel sich auf Zweigen schwingen,

in der dunkelgrünen Fichte?

Selbst auf den Wiesen, den schattenlosen,

ziehen Frühlingsweisen durch die Runde,

da grüßten mich die ersten Rosen

mit ihrem roten, süßen Munde...

Ihr Hauch tut mich umschlingen,

und rosa färben sich meine Blütenwangen,

gar mit Freudenstränen tu ich ringen,

ach, Lenz, du bist mir ein Verlangen...

 

Süßer Hauch...

O ihr Waldesrosen, o schöner, grüner Grund,

du mein Verlangen, o du mein Sehnen,

o du blütenschöne Morgenstund',

o ihr, ihr meine Wonnetränen...

Von all dem Blühen ringsumher,

und dem saft'gen grün der Weiden,

ach, wie lieb' ich diese Schönheit sehr,

mit den stillerblühten Heiden...

Der Himmelsdom im blauen Schein,

wo die Nacht im Grund versinkt,

seh ich Rosen prangen so blütenrein,

gar süßer Duft mich mild umschlingt...

 

Osterglocken

Waldvöglein Lieder klettern,

in die blaue Frühlingsluft,

von früh bis spät sie schmettern,

umhaucht von Blütenduft...

Aus allen Gründen quellen,

die Brünnlein still hervor,

mit ihren kristall'nen Wellen,

dazu tönt süß ein Amselchor...

Und unter grünen Linden,

blühen gelb die Osterglocken,

gar meine Sinne mir da schwinden,

wie sie mich zu sich locken...

Der Lenz lädt ein zum Maientanze,

junge Mädchen sind schon da,

geschmückt mit einem Kranze,

der steckt gar duftend in ihrem Haar.

 

 


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